Freitag, 31. Oktober 2025

ZWISCHEN OST UND WEST – DIE KUNST DES WEGLASSENS



In der Reduktion liegt Erkenntnis. In der Leere entsteht Bedeutung.


Die japanische Tuschemalerei Sumi-e ist mehr als eine Technik – sie ist eine Haltung. Jeder Pinselstrich verlangt Achtsamkeit, jedes Weglassen ist eine bewusste Entscheidung. Das Weiß des Papiers ist nicht leer, sondern Teil des Ganzen. Es trägt jene Bedeutung, die zwischen den Linien entsteht – in der Stille, im Ungesagten.


Ähnlich verhält es sich mit dem Konzept der Exformation in der Kunst. Auch hier geht es nicht um das bloße Entfernen von Information, sondern um die Transformation dessen, was bleibt. Das Sichtbare verweist auf das Unsichtbare; das Ausgelassene spricht weiter im Bewusstsein des Betrachters.


In der Sumi-e-Malerei genügt oft ein einziger Strich, um eine Landschaft zu evozieren, ein Gefühl zu transportieren, einen Moment einzufangen. 

Exformation verfolgt dasselbe Prinzip – sie überträgt Bedeutung, indem sie die Überfülle der Information entlastet. Das Wesentliche tritt hervor, weil alles Unwesentliche schweigt.


So verbinden sich östliche Achtsamkeit und westliche Reflexion in einem gemeinsamen Feld: der Kunst des Weglassens. Was bleibt, ist Raum für Deutung, für Resonanz – und für jene stille Schönheit, die nur im Unvollständigen vollkommen ist.

Donnerstag, 30. Oktober 2025

Was verbindet Exformation und Sumi-E?

 

1. Das Prinzip der Leere und Reduktion

Im sumi-e wird mit wenigen, präzisen Pinselstrichen ein Motiv dargestellt – oft Landschaften, Tiere, Bambus oder Menschen. Der leere Raum („ma“) ist dabei nicht einfach Hintergrund, sondern aktiver Teil des Bildes.
Ähnlich verhält es sich bei der Exformation: Auch hier geht es darum, das Überflüssige zu entfernen – die Information, die nicht mehr notwendig ist – um Raum für eigene Assoziationen, Bedeutungen und Erkenntnisse zu öffnen.

Beide Konzepte erkennen an, dass Bedeutung nicht in der Fülle, sondern in der Abwesenheit entstehen kann.


2. Bewusstsein und Intuition

Sumi-e ist eine meditative Praxis. Der Künstler malt nicht, um etwas „darzustellen“, sondern um den Geist des Motivs zu erfassen – eine spontane, intuitive Geste.
In der Kunst der Exformation – etwa bei Bernd Schaudinnus – geschieht etwas Vergleichbares: Durch die Transformation von Information in künstlerische Form entsteht ein Raum, in dem Intuition und Wahrnehmung neu aktiviert werden.

In beiden Fällen geht es um das Unsichtbare im Sichtbaren – das, was zwischen den Linien liegt.


3. Die Spur des Wesentlichen

Sumi-e lebt von der Energie der Linie, vom Rhythmus des Atems, von der Balance zwischen Schwarz und Weiß.
Exformation wiederum ist der bewusste Umgang mit Daten, Bildern oder Texten, bei dem die ursprüngliche Information „verloren“ scheint – und doch eine neue, verdichtete Essenz zurücklässt.

Was beim Sumi-e der Pinselstrich ist, ist bei der Exformation der Akt des bewussten Vergessens.

 


4. Ästhetik des Ungesagten

Beide Prinzipien würdigen das Ungesagte, Unausgedrückte.
Im Sumi-e ist das Weiß des Papiers genauso bedeutend wie die Tusche.
In der Exformation ist das, was ausgelassen wird, genauso bedeutungstragend wie das, was bleibt.

In der Leere entsteht Bedeutung.
In der Stille entsteht Wissen.
In der Exformation entsteht Kunst.



 




 


 


Exformation und Sumi-e – Die Kunst des Wesentlichen

 

In der japanischen Tuschemalerei Sumi-e entsteht Bedeutung durch das Weglassen.
Jeder Pinselstrich trägt das Ganze in sich, jeder leere Raum spricht.
Das Unbemalte, das Ungesagte ist nicht Abwesenheit – es ist die Stille, in der Form entsteht.

Auch die Exformation arbeitet mit dieser Leere.
Sie entfernt Information, um Raum für Intuition, Wahrnehmung und neue Sinnzusammenhänge zu schaffen.
So wird das Unsichtbare sichtbar, das Verborgene erfahrbar.

„Im Weglassen wohnt die Wahrheit der Form.“

Beide Künste – die östliche Sumi-e und die westliche Exformation –
sind Wege zur Essenz. 

Sie lehren uns, dass Wissen nicht im Anhäufen liegt,

Freitag, 17. Oktober 2025

Die Übermalung von Zeitungen als Konzept der Informationsverarbeitung

Die Übermalung von Zeitungen als Konzept der Informationsverarbeitung ist eine faszinierende künstlerische Methode, die es mir ermöglicht, bestehende Informationen zu hinterfragen und neu zu interpretieren. 

 Diese Technik verwende ich, um die Flut an Informationen, die wir täglich konsumieren, visuell darzustellen und zu kommentieren. 
Durch das Übermalen von Texten und Bildern in Zeitungen kann ich bestimmte Aspekte hervorheben oder ausblenden, um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf neue Bedeutungen und Perspektiven zu lenken. 

 Diese Methode lädt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den ursprünglichen Inhalten ein und bietet Raum für Reflexion über die Rolle der Medien und deren Einfluss auf unsere Wahrnehmung der Realität. 
Es entsteht eine Art visuelle Poesie, die sowohl die Vergänglichkeit von Nachrichten als auch die kreative Kraft des menschlichen Geistes betont.

Was ist Exformation-Art?

Exformation-Art ist ein faszinierendes Konzept, das sich mit der Idee der Reduktion und Entschlüsselung von Informationen beschäftigt. 

Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Technik der übermalten Zeitung, bei der Acrylfarbe auf Zeitungspapier auf Leinwand aufgetragen wird. Diese Kunstform lädt den Betrachter ein, über die verborgenen Schichten und die ursprünglichen Informationen nachzudenken, die unter der Farbschicht liegen. 

Durch das Übermalen werden die ursprünglichen Inhalte nicht ausgelöscht, sondern vielmehr transformiert und neu interpretiert. Diese Technik fordert uns auf, die Bedeutung von Nachrichten und Informationen zu hinterfragen und die Grenzen zwischen Kunst und Massenmedien zu erkunden. 

In einer Welt, die oft von Informationsüberfluss geprägt ist, bietet Exformation-Art eine erfrischende Perspektive, indem sie uns zu einer tieferen Reflexion über das Sichtbare und das Verborgene anregt.

Donnerstag, 25. September 2025

Statment zur EXFORMATION-ART

 In meiner Kunst geht es um das, was nicht gezeigt wird. Um die Lücken, die wir selbst füllen, um das Ungesagte, das mehr sagt als tausend Worte. 

Exformation bedeutet für mich, nicht die Informationsfülle, sondern die Kunst des Weglassens ins Zentrum zu stellen. 

Ich arbeite mit Übermalungen, Fragmenten, Leerstellen und Rauminstallationen, um zu verdeutlichen: Bedeutung entsteht dort, wo Information fehlt. 

Diese Haltung ist nicht nur ästhetisch, sondern auch politisch – eine Antwort auf die Überlastung durch permanente Informationsflut.

ZWISCHEN OST UND WEST – DIE KUNST DES WEGLASSENS

In der Reduktion liegt Erkenntnis. In der Leere entsteht Bedeutung. Die japanische Tuschemalerei Sumi-e ist mehr als eine Technik – sie ist ...